Weltweit erste sportmedizinische Studie zum Wingfoilen veröffentlicht.

Wingfoilen ist die derzeit am schnellsten wachsende Wassersportart.

Trotz der Popularität lagen bis vor kurzem keine medizinischen Daten zu dieser Trendsportart vor.

Ziel der Studie war es, die Häufigkeit, die Mechanismen und die Risikofaktoren für Verletzungen und Überlastungsschäden beim Wingfoilen sowie die Akzeptanz von Sicherheitsausrüstung zu analysieren.

Ärzte von SURFMEDIZIN sammelten im Rahmen einer weltweiten, mehrsprachigen Umfrage Daten, die Ergebnisse dazu wurden kürzlich international publiziert.

31 % der Teilnehmer erlitten im Befragungszeitraum mindestens eine Verletzung, was einer Verletzungsinzidenz von 5,7 / 1000h entspricht (Saisoninzidenz von 0,86 Verletzungen pro Wingfoiler / Jahr).

Der häufigste Verletzungsmechanismus war der Kontakt mit dem eigenen Sportmaterial, welche nahezu alle auf dem Wasser stattfanden. Keine einzige Verletzung  passierte durch Kontakt mit einem anderen Wassersportler. Als Hauptursache wurden individuelle Fahrfehler z.B. durch Ermüdung, angegeben. 

Die häufigsten akuten Verletzungsarten waren Prellungen, Zerrungen, Schnittwunden und  Schürfwunden. Diese Verletzungen betrafen hauptsächlich die unteren Extremitäten. Bei den seltenen schweren Verletzungen wie Knochenbrüchen war vor allem der Brustkorb betroffen. 

Bei den chronischen Beschwerden / Überlastungsschäden standen die Knie- und Schultergelenke mit der umgreifenden Muskulatur im Vordergrund.

Verglichen mit den Sportarten Kitesurfen und Windsurfen sind die Verletzungen ähnlich. Die Studie ergab ein vergleichbares Verletzungsrisiko wie beim klassischen Windsurfen, das Verletzungsrisiko beim Kitesurfen ist höher.

Die Mehrheit der Teilnehmer verwendete bereits regelmäßig Schutzausrüstung wie Helme und Prallschutzwesten, wobei hier – den Daten entsprechend – noch Verbesserungen zur weiteren Verletzungsprävention möglich sind. Das korrekte Erlernen des Sports in Wassersportschulen sowie regelmäßige Pausen zur Erholung führte auch zu einer Abnahme des Verletzungsrisikos.

Bei den chronischen Beschwerden könnten Modifikationen der Fahrtechnik und des Materials sowie sportspezifisches Training eine Reduktion bewirken. 

Die vollständige Publikation kann unter folgendem Link nachgelesen werden (englisch):

https://www.dovepress.com/articles.php?article_id=87680